Malerei - Ausschnitt

Projekt: Entwicklung und Validierung eines Modells IiGRAT (Interaction patterns Group Art Therapy): Spezielle Interaktionsphänomene der Kunsttherapie im Gruppensetting

12/2011 - 6/2012

Projektleitung
Prof. Dr. Constanze Schulze

gefördert durch: Arbeitsgruppe Innovative Projekte beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen (AGIP)

Ausgangspunkt

Die Kunsttherapie bietet durch den Einsatz des bildnerisch-künstlerischen Mediums ein spezielles therapeutisches und diagnostisches Potenzial, was ihre Einbindung in interdisziplinäre (stationäre) Konzepte und Behandlungsprogramme in der Psychosomatik legitimiert. Mit der Gestaltung des eigenen (Kunst-)Werkes in der Kunsttherapie eröffnen sich für die Patienten zusätzliche Ebenen der Kommunikation, des Handelns und Erlebens im therapeutischen Veränderungsprozess. Allerdings sind gegenwärtig Fragen nach der Wirksamkeit und der Differentialindikation zur Kunsttherapie im Gruppensetting noch unzureichend beantwortet. Zur vollständigen Beschreibung der Interaktionsphänomene von Kunsttherapie in Gruppen wurde in einer vorherigen Studie (Schulze/ Sinapius 2010) das IiGART-Modell (= Interaction patterns Group Art Therapy) entwickelt. Damit wurden wichtige Voraussetzungen geschaffen, die Kunsttherapie interdisziplinär und kommunikativ anschlussfähig an andere Professionen und Berufsgruppen im klinischen Behandlungskontext zu begründen.

Ziel des Projektes

Ziel des geplanten Forschungsprojektes ist es, das entwickelte IiGART-Modell unter Beteiligung von Praxisexperten aus der Kunsttherapie auf Vollständigkeit seiner Kategorien zu überprüfen. Damit will die Studie zugleich differentielle Prozessmerkmale in der Kunsttherapie im Gruppensetting systematisch untersuchen, die den Verlauf therapeutischer Veränderungsprozesse beeinflussen. Dazu gehören sowohl der Einsatz spezifischer Techniken, Verfahren und Medien als auch die unspezifischen Bedingungsfaktoren der kunsttherapeutischen Arbeit. Außerdem soll der Nutzen der praktischen Anwendung und die Effizienz des IiGART-Manuals als Bezugsrahmen für die kunsttherapeutische Arbeit im klinischen Kontext genauer analysiert werden. Dabei werden sowohl die planvolle und zielorientierte Gestaltung der Interaktion des Kunsttherapeuten in der Gruppe als auch die interprofessionelle Kommunikation (im Team) über die Kunsttherapie erfasst. Mit dem IiGART soll einerseits ein adäquates Instrument zur Reflexion und Dokumentation der Kunsttherapie geschaffen werden, was die Verbesserung der Integration der Kunsttherapie in interdisziplinäre Konzepte, in der klinischen Versorgung in besonderem Maße unterstützt. Indem die Kunsttherapie mit IiGART ausschließlich und umfassend aus dem Blickwinkel der Interaktion beschrieben wird, fungiert das Modell anderseits auch als Forschungsinstrument und soll als solches weiterentwickelt und validiert werden. So liefert das geplante Projekt wichtige Grundlagen zur Untersuchung spezifischer Wirkfaktoren in der Kunsttherapie. Mit IiGART wird jedoch auch eine an die Kunsttherapeuten gerichtete Intervention implementiert, die eine praktische Unterstützung und Kommunikationshilfe zur interdisziplinären Zusammenarbeit darstellt.

 
In Zusammenarbeit mit der

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