Weiterbildungsstudium für künstlerisch- ästhetisches Handeln in der Arbeit mit alten Menschen
Die zusätzliche Qualifikation als Betreuungskraft ist durch eine Kooperation mit der Ländlichen Erwachsenenbildung Niedersachsen LEB möglich. Die Verknüpfung der qualitativen Weiterbildung für künstlerisch-ästhetisches Handeln in der Arbeit mit alten Menschen, mit der beruflichen Qualifikation Betreuungskraft, stärkt die Position der TeilnehmerInnen auf dem Arbeitsmarkt. Die Qualifikation zur Betreuungskraft gemäß §87b Abs.3 SGB XI eröffnet den Zugang zu einem durch die Pflegeversicherung finanzierten Beschäftigungsbereich. Der Tätigkeitsbereich zusätzliche Betreuungskraft in der Altenhilfe ist gesetzlich geregelt. Für diesen wachsenden Bereich dürfen gesetzlich geregelt nur Personen eingestellt werden, die über eine Qualifikation zur Betreuungskraft gemäß §87b Abs.3 SGB XI verfügen.
Künstlerisch qualifizierte Kräfte in der Begleitung alter Menschen werden mehr denn je gebraucht...
Zudem hat sich im Laufe der letzten Jahre in der Begleitung alter Menschen eine künstlerisch orientierte therapeutische und pädagogische Praxis etabliert. Der Bedarf an künstlerischen Angeboten in diesem Bereich wächst aufgrund der demografischen Entwicklung kontinuierlich. Zugleich erhöhen sich mit der fortschreitenden Professionalisierung des Berufsfeldes und einer zunehmenden Qualitätssicherung in der Altenhilfe die Anforderungen an die therapeutischen und pädagogischen Qualifikationen. Ob als aktivierende Begleitung, als spezifisches Therapieverfahren oder als künstlerisch- ästhetisches Handeln im Umgang mit alten Menschen: Solche Angebote setzen fundierte fachliche Kenntnisse und Kompetenzen voraus. Von Bewerbern in der Altenhilfe wird zunehmend eine auf die Begleitung alter Menschen bezogene fachliche Kompetenz erwartet.
…dafür gibt es jetzt bei uns ein berufliches Weiterbildungsstudium.
Das berufliche Weiterbildungsstudium für künstlerisch- ästhetisches Handeln in der Arbeit mit alten Menschen richtet sich an KünstlerInnen, KunsttherapeutInnen, KunstpädagogInnen, Theaterschaffende und TheaterpädagogInnen, die in der Altenarbeit tätig sind oder sich dieses Tätigkeitsfeld erschließen möchten. Sie qualifiziert für eine professionelle, künstlerisch ausgerichtete Arbeit mit alten Menschen.
Vermittelt werden gerontologische Grundlagen, künstlerisch- performative Ansätze therapeutischen Handelns sowie andere fachliche Grundlagen in der Arbeit mit alten Menschen. Hiervon abgeleitete Arbeitsweisen sowie deren praktische Erprobung und Reflexion bilden wichtige Bausteine im Studium.
Sämtliche Lehrveranstaltungen werden von erfahrenen FachdozentInnen durchgeführt.
Das Weiterbildungsstudium wird von einem Beirat, dem Experten der wissenschaftlichen und beruflichen Praxis angehören, begleitet und im Sinne der Qualitätsförderung evaluiert.
Ziele
• Vertiefte Kenntnisse zu den Phänomen des Alterns
• Sensibilisierung der Wahrnehmung in Hinblick auf das künstlerisch- ästhetische Potential des alternden Menschen
• Vertiefte Kenntnisse über die Veränderungen des Alters, der Alterskrankheiten und altersbedingter Beeinträchtigungen, sowie die Fähigkeit mit diesen Veränderungen mit künstlerisch- ästhetischen Mitteln adäquat umzugehen
• Sicherer Umgang mit der künstlerischen Methoden- und Materialvielfalt
• Kenntnis über die Entwicklungspotentiale alternder und vom Alterungsprozess beeinträchtigter Menschen
• Erlernen künstlerisch- ästhetischer Methoden in der Arbeit mit alternden und vom Alterungsprozess beeinträchtigter Menschen
• Ausbildung einer Grundhaltung, die freie, spielerisch experimentelle Zugänge in der Arbeit mit alternden Menschen ermöglicht
• Sicherer Umgang mit etablierten Kommunikations- und Interaktionsformen für die Begleitung von Menschen, die in ihrer Kommunikation beeinträchtigt sind
• Teamfähigkeit und kommunikative Kompetenzen in der Zusammenarbeit mit der pflegerischen Betreuung
• Qualifizierung für freiberufliches / selbständiges künstlerisch- ästhetisches Arbeiten
• Qualifizierung zur Betreuungskraft gemäß §87b Abs.3 SGB XI
Bestandteile
• Aufnahmetag
• Fachmodule: 8Modulwochenenden und 2 Modulwochen
• Eigenständige künstlerisch- ästhetische oder kunsttherapeutische Tätigkeit mit alten Menschen
• Praxisbezogene Verlaufsbesprechungen
• Supervidierende Begleitung im Arbeitsfeld
• Supervidierende Einzelgespräche
• Intervisionsgruppe – 3 Arbeitstreffen innerhalb der Ausbildungsgruppe
Zugangsvoraussetzungen
• Künstlerischer Hochschulabschluss z.B. als Künstler/in, Kunsttherapeut/in, Kunstpädagoge/in, als Theaterschaffende/r und Theaterpädagoge/in
oder
• Nachweis einer mindestens 3-jährigen beruflichen Tätigkeit in einem künstlerischen Berufsfeld
oder
• Nachweis einer mindestens 3-jährigen pflegerischen, betreuenden, therapeutischen und pädagogischen Tätigkeit in einem sozialen Berufsfeld oder der Altenarbeit und einer künstlerischen Qualifikation. Der Nachweis der künstlerischen Qualifikation kann durch Vorlage einer Mappe oder durch eine künstlerische Präsentation erfolgen.
Es besteht die Möglichkeit im Vorfeld des Weiterbildungsstudiums eine einwöchige Orientierungswoche an der Fachhochschule Ottersberg zu absolvieren. Im Rahmen der Orientierungswoche kann eine Mappe als Nachweis der künstlerischen Fähigkeiten erstellt werden.
Aufnahmeverfahren
• Vorgespräch
• Schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf. Darstellung der Motivation zum Weiterbildungsstudium, der künstlerischen Erfahrungen und der Erfahrungen in der Arbeit mit alternden Menschen
• Teilnahme am Aufnahmetag
• Entscheidung des Aufnahmegremiums
Abschluss
Sind die Zugangsvoraussetzungen erfüllt, stellt die Fachhochschule bei erfolgreichem Studienabschluss ein Zertifikat über das Weiterbildungsstudium „Künstlerisch- ästhetisches Handeln in der Arbeit mit alten Menschen“ aus.
Die LEB – Niedersachsen e.V. stellt nach erfolgreichemStudienabschluss ein Zertifikat als „Betreuungskraft nach § 87b Abs. 3 SGB XI“aus.
Prüfungsleistung
Im Rahmen der Weiterbildung ist eine schriftliche Verlaufsdokumentation der eigenen künstlerisch- ästhetischen oder kunsttherapeutischen Arbeit mit alten Menschen anzufertigen und im Rahmen eines Kolloquiums zu präsentieren.Die für die Betreuungskraft §87b SGB XI relevanten Inhalte des Weiterbildungsstudiums sind ein zweiter Bestandteil des Kolloquiums.
Studienzeit
Die Weiterbildung beginnt immer zum 1. Mai und endet im zweiten Jahr zum 30. April.
Studiengebühren
Die Studiengebühr beträgt monatlich 195 €
Termine
Weiterbildungsstudium 2012-2014
Sa. 31. März 2012 Aufnahmetag
Mo. 07 – Fr. 11. Mai2012 Studienwoche
Fr. 15. –So 17 Juni 2012
Fr. 21. – So. 23. September 2012
Fr. 09. – So. 11. November 2012
Fr. 18. – So. 20. Januar 2013
Mo. 15– Fr. 19. April 2013Studienwoche
Fr. 23. – So. 25. September 2013
Fr. 08. – So. 10. November 2013
Fr. 24. – So. 26. Januar 2014
Fr. 04. – So. 06. April 2014Abschlussseminar
Gesamtstundenzahl
563Std.
Bewerbung
Institut für Kunsttherapie und Forschung der
Fachhochschule Ottersberg
Am Wiestebruch 68
28870 Ottersberg
mail@kunsttherapieforschung.de
Termin/Fristen
Bewerbungsschluss für Studiengang 2012 bis 2014: 15. März 2012
Inhalte
Annäherung an das Thema des Alterns, gerontologisches Wissen, Krankheitsbilder, Biografie und künstlerische Erinnerungsarbeit, therapeutischer und künstlerischer Kontext im Pflegealltag, Kommunikationsformen, Projektarbeit, künstlerisch- ästhetisches Handeln, künstlerisch- performative, spielerische Formen der Kommunikation und Interaktion, therapeutische und pädagogische Verläufe, Kunsträume und Begegnungsräume, freiberufliches Arbeiten, Recht.
Modulbeschreibung
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Verantwortlich für die Durchführung der Weiterbildung:
Michael Ganß, Anne Stark
Modulbeschreibung
Verantwortlich für die Durchführung des Weiterbildungsstudiums
Michael Ganß | Künstler, Dipl. Kunsttherapeut / -pädagoge und Dipl. Gerontologe.
Seit Mitte der 1980 Jahre in der Begleitung, Beratung, Therapie und Forschung von Menschen mit Demenz, deren Angehörigen, von Mitarbeitern und von Institutionen tätig. Stellvertretender Vorsitzende der Werkstatt Demenz e.V. Geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift „demenz.DAS MAGAZIN“.
Anne Stark | Künstlerin, Dipl. Kunsttherapeutin / -pädagogin. Künstlerische und therapeutische Arbeit mit alternden Menschen und Menschen mit Demenz. Pflegerische Erfahrung in der Altenhilfe, im Bereich der Forschung, und in der Projektarbeit.
Projektleitung für die Fachhochschule
Prof. Peter Sinapius

